Pressebericht vom 30. Juli 1999 aus der Urfahraner Rundschau

Als Festwirt in der Formel 1

Umweltbewußtsein und Esskultur führte in die Selbständigkeit

 

SONNBERG.

Vor etwa zehn Jahren machte sich der studierte Jurist Karl Raml aus Sonnberg über die Wegwerfgesellschaft ernsthafte Gedanken. Als Mitarbeiter des Sonnberger Zeltfestes war es ihm immer ein Greuel, ein Grillhendl auf Papp - Teller serviert zu bekommen. Außerdem schockierte ihn jedesmal der gigantische Müllberg nach so einem Drei - Tage - Fest. In Eigenregie kaufte er 150 Garnituren Teller und Bestecke und machte den Veranstaltern diverser Feste in der näheren Umgebung ein gutes Angebot als Ausstatter.
Nach guten Anfangserfolgen als Austatter suchte er durch Besuche anderer Feste Kontakte zu weiteren Veranstaltern.
Weiters besorgte er sich bei den Gemeindeämtern die Veranstaltungskalender und trat mit den Veranstaltern in Verbindung. Beste Werbung für sein Unternehmen ist aber Mundpropaganda. Mittlerweile umfasst seine Kartei etwa 1000 Kunden, die er mit drei Mitarbeitern und einigen Familienmitgliedern betreut.
Auch die Liste der Gegenstände, mit denen er Feste ausstattet, reicht mittlerweile von der Eismaschine über Gasgriller und Friteusen über alles, was für ein Fest benötigt wird. Karl Raml ist ein Profi in seinem Geschäft. So stoppte er, um den Geschirrlauf genau zu kennen, die Zeit, wenn das Teller die Küche verlässt, bis zum Zeitpunkt der Wiederverwendung: Also die Zeit des Servierens, die Zeit, die der Gast zum Essen braucht und bis die Garnitur abserviert, gewaschen und wieder neu belegt wird. Eine Garnitur, bestehend aus Besteck und Teller, ist etwa alle 25 Minuten einsatzbereit.
Normalerweise ist der Kunde für den Schwund durch Diebstahl oder bei Bruch verantwortlich. Hier stellt Karl Raml fest, dass dieser sehr klein ist.
Einmal passierte es, dass einem Veranstalter 15 Garnituren fehlten. Ein Jahr später waren diese wieder aufgetaucht. Es stellte sich heraus, daß Gäste Speisen auf dem Teller mit nach Hause nahmen, und die Teller später wieder zurückbrachten.

Der Boss war Bernie Eccleston

Erstmals arbeitete er zusammen mit dem Wirtshaus Auhof als Partner bei Formel - 1 - Rennen in Zeltweg. Hier lernte er die Geschäftstüchtigkeit des Bernie Eccleston kennen. Während Karl Raml mit seinem Personal Speisen fertigte, erfolgte der Verkauf dieser ausschließlich durch Leute der Formel - 1 - Zampanos. Dadurch wird jeder ungenauen, Abrechnung aus dem Weg gegangen.
Dieser Ausflug in die Steiermark ist eher ein Ausnahmefall.
Übrigens, noch einen Vorteil hat das Mehrweggeschirr des Ausstatters aus Sonnberg: Im Bezirk Urfahr erhält jeder Veranstalter von Festen, die länger als einen Tag dauern, vom Bezirksabfallverband eine Förderung von 1200 Schilling. Diese Förderung wird vom Festausstatter Raml bei den Mietkosten gleich abgezogen.