Pressebericht vom 1. Oktober 2014, aus den OÖ Nachrichten. 

 

Ironman - Abenteuer

"Wie kann man nur so deppert sein?"

 

Ironman-Abenteuer: Katrin Lang aus Hellmonsödt ist am 11. Oktober auf Hawaii Oberösterreichs „Iron-Lady"

 

Ein Ironman ist für mich so etwas wie's Fortgehen am Abend: Du fangst langsam an, dann wirst du euphorisch, a bisserl  rauschig, bekommst einen Flow, und im Ziel hast du die größte Gaudi."

 

SALZBURG.

Vor zwei Jahren hat Katrin Lang aus Hellmonsödt in Klagenfurt ihren ersten Triathlon über die atemberaubende Ironman - Distanz (3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer laufen) ins Ziel gebracht, heuer konnte sie eines der wenigen Tickets für den Ironman - Klassiker auf Hawaii ergattern. Am 11. Oktober wird sie auf den Südsee - Inseln ihren sportlichen Lebenstraum verwirklichen. Hinter der bärenstarken Leistung der spätberufenen Triathletin stecken eine Lebensweisheit ihres Opas und ein einfaches Erfolgsrezept: Die 32 - Jährige kämpft nie gegen den inneren Schweinehund. Sie lacht ihn einfach aus.


Mit welchen Gedanken hast du dich dem Thema Ironman angenähert?

Katrin Lang:

Als ich das erste Mal als Zuschauerin in Klagenfurt dabei war, hab' ich mir gedacht: „Wie kann man nur so deppert sein?" Beim zweiten Mal Zuschauen dachte ich: „Vielleicht kann ich das auch." Naja, und dann hab' ich mich einfach angemeldet und mich ein Jahr lang ziemlich planlos darauf vorbereitet.

 

Du bist aber sicher nicht bei null gestartet ...

Nein, ich komme aus einer sehr sportlichen Familie und bin früher viel gelaufen. Da war ich sehr konfus unterwegs, im Ziel war ich immer fix und fertig, mich hat ja keiner bremsen können. 2008 bin ich meinen ersten Marathon in Berlin gelaufen. Ich hatte 42 Kilometer lang eine Gänsehaut und hab' auf den Mann mit dem Hammer gewartet, aber der ist nicht gekommen.

 

Beim ersten Ironman hat er dich aber schon besucht, oder?

Ja, der war ziemlich extrem, nach 100 Kilometern auf dem Rad ist es mir echt schlecht gegangen, beim Laufen kam dann der Einbruch, für die letzten vier Kilometer hab' ich eine Stunde gebraucht, das war ganz schön frustrierend.

 

Normal sagt man nach so einem Erlebnis: „Einmal und nie wieder", was hast du gemacht?

Ich hab mich am Tag danach für das nächste Jahr angemeldet, eh klar.

 

Kennst du keinen inneren Schweinehund, dass du dich so leicht überwinden kannst?

Sicher gibt es Momente, wo's mir nicht so gut geht. Aber ich bin ein positiver Mensch - wenn du Bilder von meinen Wettkämpfen anschaust, wirst du mich meistens lachen sehen. Das ist mein Trick. Wenn du lachst, entspannt sich dein Körper und du aktivierst auch eine mentale Kraft.

 

Wie würdest du einem „normalen Menschen", für den die Triathlon - Distanzen unvorstellbar sind, erklären, warum du dir so eine
Quälerei antust?

Ein Ironman ist für mich so etwas wie's Fortgehen am Abend: Du fangst langsam an, dann wirst du euphorisch, a bisserl rauschig, bekommst einen Flow, und im Ziel hast du die größte Gaudi. Oft denke ich mir, schade, dass es schon vorbei ist.


Du bist jemand, der sich extrem überwinden kann und an die Grenzen geht, bis der Magen rebelliert — da vergeht dir aber dann schon das Lachen, oder?

Dass ich ab und zu speib`, des gehört schon dazu. Ich habe eine hohe Leidensfähigkeit, das hab' ich von meinem Opa mitbekommen. Der hat nie gejammert. Sein Lebensmotto war: „Einem zufriedenen Menschen geht's immer gut". Der Opa war eine wichtige Person in meinem Leben.

 

Früher war ein Ironman - Triathlon ein Bewerb für wenige Extrem - Sportler. Jetzt sind die Starterfelder bummvoll. Wie erklärst du dir diesen Boom?

Ich glaube, dass viele Leute ein Ventil suchen. Einerseits gibt es die berufliche Belastung, andererseits sind viele Menschen mit sich selbst unzufrieden und laufen vor ihren Problemen davon. So ein Ironman zieht natürlich auch Selbstdarsteller an. Aber insgesamt ist die Szene sehr nett. Das ist fast wie eine Familie. Beim Triathlon hast du eigentlich keine Gegner, mit denen du kämpfst, da steht bei den meis-ten das Miteinander im Mittelpunkt.

 

Wie reagieren die Männer, wenn du sie bei einem Bewerb überholst?
Die sind ganz nett und feuern mich an - wenn sie noch reden können.

 

Bist du auch auf der Flucht, wenn du so extrem sportelst?

Kann schon sein, dass ich früher auch vor etwas davongelaufen bin. Aber ich glaube eher, ich war immer auf der Suche nach mir selbst.

 

Wo wird man Katrin Lang in der Ergebnisliste des Ironman auf Hawaii finden?
Keine Ahnung, für mich ist das ein Abenteuer, und ich bin dankbar, dass ich dabei sein darf.

 

Salz statt Sonne - der Gaisberg im Schnürlregen

Ein Gespräch auf dem Hausberg der Salzburger

Normalerweise wäre eine Fahrt im Auto hinauf auf den Gaisberg für Katrin Lang ein „No - Go". Beim Gipfelgespräch gibt es allerdings eine Ausnahme. Der Hausberg der Salzburger steht an diesem Tag im Schnürlregen. Dieses Mal wird also nicht auf dem Rad Kondition getankt. Neben dem Training ist ja auch die Regenertion wichtig. Lang hat eine intensive Wettkampfsaison hinter sich. Abgesehen vom Ironman in Klagenfurt hat sie in Mürzzuschlag überraschend den Staatsmeistertitel im Duathlon (Langdistanz) gewonnen. Bei der Duathlon - EM in Weyer holte sie in der „Age - Group" Silber. In Gmunden gewann sie den Sprint - Triathlon, bei der Halbdistanz - Triathlon - Meisterschaft in Walchsee wurde sie zuletzt Dritte. Als Entschädigung für das schlechte Wetter schenkte der Chef vom „Kohlmayr's Gaisbergspitz" der Triathletin eine spezielle Salzmischung. Vielleicht funktioniert ja
dieses Präsent als Glücksbringer für den Ironman - Triathlon auf Hawaii mit der Schwimmherusforderung im ungewohnten Salzwasser.

 

Zur Person:

Katrin Lang (32) ist in Hellmonsödt aufgewachsen. Sportliche Eltern und drei bewegungshungrige Brüder haben sie ganz schön auf Trab gehalten. Sie absolvierte in Salzburg ein Sportwissenschaftsstudium und arbeitet als Account - Managerin. Nach guten Leistungen bei Volksläufen absolvierte sie 2012 ihren ersten Ironman - Triathlon. Heuer belegte sie in Klagenfurt in 9:51,49 Stunden Platz zwei in ihrer Altersklasse und qualifizierte sich damit für den Ironman am 11. Oktober auf Hawaii.
Tempomacher auf dem Weg dorthin sind ihre wichtigsten Sponsoren: Christian Wimberger, Intersport Pötscher in Freistadt, Kornspitz und Mephisto. Katrin Lang startet für TriPower Wimberger Haus Freistadt.