Pressebericht vom 7. Juni 2013 aus den "OÖ Nachrichten".

Sie sind die Helfer der Helfer

 

Unzählige Menschen arbeiten in Goldwörth im Hintergrund, damit Helfer arbeiten können

 

GOLDWÖRTH

 

Die Pumpe muss laufen. Läuft die Pumpe nicht, läuft der Geschirrspüler nicht. Läuft der Geschirrspüler nicht, werden die Teller nicht sauber. Werden die Teller nicht sauber, kommt die ganze Essensausgabe für die Hunderten Flutopfer und ihre Helfer ins Trudeln.'
„Es ist unglaublich, wie viele kleine Bausteine es braucht, damit so ein Getriebe funktioniert", sagt Siegfried Hehenberger. Die Pumpe meint er damit nicht, die, ganze Logistik meint er, die dahinter steht, dass die Helfer helfen können. Obwohl die Pumpe in den Aufgabenbereich des Schriftführers der Feuerwehr Freiling in Oftering fällt. So unterstützt er mit seinen Kameraden die Aufräumarbeiten nach der großen Katastrophe. Die wird jetzt erst so richtig sichtbar. Dafür haben die Helfer der Helfer aber keinen Blick übrig. Es ist keine Zeit für langes Gaffen.
Anna Fröhlich sortierte die frisch gewaschenen Teller. Im Hintergrund zu arbeiten, damit die Helfer arbeiten können, ist auch für sie und Hermine Riener selbstverständlich. Vom Roten Kreuz wurden die Bad Leonfeldnerinnen gefragt, ob sie in Goldwörth mit anpacken würden. Da musste sie nicht lange überlegen. Seit sieben Uhr sind die Frauen im Einsatz. Helfen bei den Vorbereitungen, Teller abräumen, Teller sortieren für den Geschirrspüler, Teller abtrocknen, sofort zurückbringen zum Küchenwagen der Feuerwehr - weil dort die nächsten schlammverschmierten, hungrigen, müden Goldwörther und Helfer dankbar das Essen entgegennehmen. Schweinsgeschnetzeltes mit Nudeln, Obst. Zur Stärkung. Diese Stärkung werden Flutopfer und Helfer noch brauchen. Körperliche, aber auch seelische. Neben den professionellen Betreuern durch Kriseninterventionsteams sind es auch die Helfer im Hintergrund, die mit dem einen oder anderen aufmunternden Wort ihren Teil dazu beitragen, dass die Menschen aufrechter wieder weggehen. Manfred Roithner zum Beispiel. Eigentlich regelt er den Verkehr, aber gute Worte hat er immer übrig. Wie überhaupt viele etwas übrig haben für die Helfer in den Katastrophengebieten. Frauen, die Kuchen backen und Kaffee kochen, Institutionen, die die völlig durchnässte Wäsche trocknen. Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich. Und sie ist wichtig. Alleine der Samariterbund gab gestern in Goldwörth und Alkoven rund 1800 Essen aus.